Dank Videokonferenz an zwei Orten gleichzeitig forschen

Die Bonn-Cologne Graduate School of Physics and Astronomy überträgt Vorlesungen via Videokonferenz. Dadurch sparen die Studierenden viele Wege und ihre Kräfte fürs Studium.

Wie gut eine Universität mit anderen Forschungseinrichtungen vernetzt ist, kann bei der Wahl des Studienorts ein entscheidendes Kriterium sein. Die Physiker der Bonn-Cologne Graduate School of Physics and Astronomy (BCGS) etwa werben mit der engen Zusammenarbeit mit anderen Physikern und Forschern in Deutschland, unter anderem am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und dem Kernforschungszentrum in Jülich, aber auch mit Partnern weltweit. Studierende wie Ricardo Kennedy wagen aus diesem Grund auch den Sprung von London nach Köln: “Hier gibt es hochinteressante Grundlagenforschung, unter anderem auf dem Gebiet der Quantencomputer, was mich interessierte”, erklärt der 25-jährige Doktorand seine Entscheidung dem Kölner Stadtanzeiger. “Das hier ist Spitzenforschung. Die Lehre ist sehr gut.”

Für die Graduierten-Schule, die erst vor sechs Jahren als Kooperation der Physik-Institute in Köln und Bonn gegründet wurde, ist das ein bemerkenswertes Prädikat. Noch bemerkenswerter ist, dass die BCGS bereits ein Jahr später von der ersten Exzellenz-Initiative des Bundes und der Länder zur Förderung der Spitzenforschung profitieren konnte. Sie bekam seit dem Zuschüsse in Höhe von 1,3 Millionen Euro pro Jahr, und auch bei der zweiten Verteilung im Juni erhielt die Schule mit rund 150 ausgewählten Studierenden erneut den Zuschlag. Jetzt ist von 1,8 Millionen Euro pro Jahr die Rede.

Zu den Besonderheiten eines Studiums an der BCGS gehört auch, dass die Veranstaltungen von den Studenten sowohl in Köln als auch am 30 Kilometer entfernen Standort in Bonn besucht werden. Um das nervige Hin und Her zwischen den Studienorten zu vermeiden, wurde von den Zuschüssen der Exzellenz-Initiative auch eine Ausrüstung für Videokonferenz-Schaltungen angeschafft. “So können Vorlesungen zeitgleich in beiden Städten verfolgt werden”, sagt Petra Neubauer-Guenther, Geschäftsführerin der BCGS in Köln.

Voraussetzung für ein Studium an der BCGS ist ein guter Bachelor-Abschluss an einer internationalen Hochschule. In Anlehnung an das angelsächsische Studium besteht schon mit dem Beginn des Studiums in der BCGS die feste Absicht, nach dem Master möglichst nahtlos zum Promotionsstudium überzugehen. Schon im Bewerbungsverfahren setzt das Auswahlkommittee auf videotechnische Hilfsmittel. Kann ein Bewerber nicht zum Interview nach Deutschland kommen, vereinbart man einfach einen Termin für eine Videokonferenz. Rund ein Viertel der Studenten kommt aus dem Ausland, vor allem aus Brasilien, Kuba, Indien, Iran, Jordanien, Mexiko, der Türkei und aus Großbritannien. Pro Jahr werden 25 bis 30 Bewerber zugelassen.

Allerdings hat der Einsatz der Videotechnik auch seine Grenzen. So flog eine Physikerin zu einer Konferenz nach Ohio und reiste nach Prag, um dort in einem Labor mitzuarbeiten. Dank der Förderung sind solche Reisen kein Problem: Jedem der jungen Forscher stehen jährlich 1.000 Euro aus der Exzellenz-Kasse zur Verfügung. Natürlich nur für Forschungszwecke. So lieferte die Doktorandin in Prag die nötigen Labordaten, um bestimmte Ionen in den Signalen zu identifizieren, die weltweit von Teleskopen aus dem All aufgefangen werden. Momentan baut sie dazu mit Kollegen einen sogenannten 22-Pol-Ionen-Speicher zusammen. Versuchen Sie das mal per Videokonferenz.

Quelle: M-Magazin

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