Videokonferenzen für alle: Polycom setzt auf Software, Facebook, Google+ und Skype

Größter Produktlaunch der Polycom-Geschichte, Software statt Hardware

Polycom erfindet sich neu. Statt auf teure, raumbasierte Videokonferenz-Räume setzt das Unternehmen künftig auf Software-Lösungen. Für den Händler erschließen sich damit neue Käuferschichten sowie interessante Upselling-Möglichkeiten.

Die Einladung kommt über Facebook, Google+ oder Skype. Ein Klick auf den darin enthaltenen Link und ein kleines Plug-in wird installiert. Danach ist man verbunden – mit der großen weiten Videowelt. Und nicht nur das: Das System ist so intelligent, die Bildqualität an die Bildschirmgröße des jeweiligen Anwenders anzupassen. Somit spielt es keine große Rolle mehr, ob man sich mit Smartphone, Tablet oder Notebook einwählt. Auf diese Weise funktioniert die neue Videokonferenz-Cloud-Lösung von Polycom mit dem etwas sperrigen Namen Real-Presence-Cloud-Axis-Suite.

Marktanteile im Visier

Was zunächst nicht wirklich revolutionär klingt, ist es dennoch. Denn für den amerikanischen Videokonferenz-Spezialisten Polycom bedeutet das nicht weniger als eine Kehrtwende. Der Hersteller war bekannt für seine opulenten Videokonferenz-Installationen, die sich allerdings auch nur ein eher überschaubares Kundenklientel leisten konnte. In Zeiten erstarkender Konkurrenz rund um Cisco, Lifesize oder das amerikanische Startup Blue Jeans Network musste sich Polycom neu erfinden.

Das hat Andy Miller, seit 2010 CEO des Unternehmens, nun getan. Zwei Jahre Planung und Umsetzung gingen dem Produktlaunch voraus, der in eine Zeit fällt, in der Polycoms Marktanteile steigen und Videokommunikation immer populärer wird. Bis 2015 soll der Markt für Videokonferenz-Systeme auf ein Volumen von zwölf Milliarden US-Dollar wachsen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 16 Prozent. Und an diesem Wachstum möchte Polycom maßgeblich beteiligt sein.

Upselling für Partner

Deshalb hat man sich dort entschieden, künftig Software- und Cloud-Lösungen sowie offenen Standards einen deutlich höheren Stellenwert als bislang einzuräumen. Wichtigstes Produkt der Neuvorstellungen dürfte die Real-Presence-Axis-Suite sein. Diese ermöglicht es Resellern, Service Providern und auch großen Unternehmen, ihren Kunden Video Collaboration as a Service anzubieten. Dies ist dann sowohl in der Public als auch in einer Private Cloud möglich.

Für den neuen Software-Ansatz setzt Polycom auf den Standard Scalable Video Coding (SVC). Dadurch soll die Kapazität der Real-Presence-Platform um ein dreifaches erhöht werden. Mit der Strategie, seine bestehenden Plattformen und Installationen in Unternehmen mittels dieser Software aufzurüsten, könnte der Video-Konferenz-Anbieter einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten haben. Dank SVC soll eine höhere Skalierbarkeit, niedrigere Gesamtbetriebskosten sowie Vorwärts- und Rückwärtskompatibilität gewährleistet werden – und dies allein mittels eines Software-Updates.

Es gibt auch neue Hardware

Weitere Neuerung im Polycom-Portfolio ist die Virtual Edition des Real Presence Collaboration Server 800s. Diese Software-basierende Multipoint Control Unit (MCU) läuft auf allen Standardservern. Damit soll Video-Collaboration vom Datacenter aus bereit gestellt werden. Die Kosten für die Bereitstellung könnten dadurch deutlich gesenkt werden.

Quelle: IT-Business
Neu im Portfolio sind aber auch Endpoints wie die Raumsysteme Real Presence 300, 500 und 700, das Real Presence Visual Edge System sowie ein Update der Real-Presence-Desktop-Software für Windows und Mac.

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