Standards für Steuerung
Rufaufbau
H.221 zum Aufbau von Videokonferenzen über mehrere ISDN-Kanäle, Syncronisierung der Systeme bis zu 2Mbps, Multiplexing
BONDING kein eigentlicher ITU-T Standard, wird jedoch von allen modernen Videokonferenz-Systemen unterstützt. Ermöglicht die ISDN-Anwahl mehrer ISDN-Kanäle mit einer einzigen Rufnummer.
H.242 inband Kommunikation zwischen zwei Systemen beim Rufaufbau und Rufabbau.
Standards für Verschlüsselung
H.233 Verschlüsselungsmanagement
H.234 Austausch der Schlüssel
Standards für Mehrpunktkonferenzen (MCU)
H.230 Aufbau von Mehrpunktkonferenzen, Frame Syncronisierung
H.243 Chaircontrol, Passwort-Schutz, Konferenz ID, Extention
Kamerasteuerung
H.224 Data Link Layer für Kamerasteuerung der Gegenstelle
H.281 eigentliche Steuerung der Kamera der Gegenstelle
Standards für Video
Die normale Bilddarstellung in Videokonferenzen basiert auf CIF (Common Intermediate Format), das zwar stark an PAL (720 x 576 Bildpunkte) angelehnt ist, aber auch Eigenschaften von NTSC besitzt. CIF kann deshalb leicht in PAL oder NTSC umgewandelt werden, und ist zur unabhängigen Übertragung zwischen den beiden Fernsehstandards bestens geeignet.
Es gibt folgende gängigen CIF-Auflösungen:
SQCIF: Sub Quarter Common Intermediate, Bildauflösung 128 x 96 Pixel
QCIF: Quarter Common Intermediate, Bildauflösung 176 x 96 Pixel
FCIF/CIF: Common Intermediate, Bildauflösung 352 x 288 Pixel
4xCIF: Common Intermediate, Bildauflösung 704x576 Pixel
Die am häufigsten verwendete Auflösung ist CIF. Auch die Darstellung von live 4xCIF-Bildern ist möglich, wird aber aufgrund der damit verbundenen Verringerung der Bildwiederholrate nur selten genutzt.
Einige Videokonferenz-Systeme unterstützen heute ausserdem die Übertragung von PC-Grafiken im Orginalformat. Diese Formate basieren nicht auf Standards der ITU-T. Häufig wird jedoch eine Implementierung nach dem Videostandard H.263 Annex, der die Umsetzung eigener Formate zulässt, durchgeführt. Das hat zur Folge, dass heute die Übertragung von PC-Grafiken nicht zwischen Systemen unterschiedlicher Hersteller möglich ist.
Grafik-Darstellungen:
VGA: Bildauflösung mit 640 x 480 Pixel
SVGA: Bildauflösung mit 800 x 600 Pixel
XGA Bildauflösung mit 1024 x 768 Pixel
Bildwiederholraten
Die in einer Videokonferenz verwendeten Bildwiederholraten sind abhängig von dem verwendeten Videostandard, aber vor allem von der verwendeten Bandbreite. Je nachdem ob es sich um ein PAL-, oder NTSC-System handelt, sind Bildwiederholfrequenzen zwischen 7,5 Bilder/sec und 60 Halbbildern/sec.
PAL NTSC
12 Bilder/sec 15 Bilder/sec
25 Bilder/sec 30 Bilder/sec
50 Halbbilder/sec (iCIF) 60 Halbbilder/sec (iCIF)
Im Interlaced-Modus (iCIF) werden jeweils Halbbilder übermittelt. Jedes Halbbild besteht entweder aus allen ungeraden oder allen geraden Zeilen eines gesamten Bildes. Diese Technik, die auch im normalen Fernsehen (PAL und NTSC) verwendet wird, ermöglicht eine erheblich flüssigere Darstellung von Bewegungen.
Videokomprimierung
Jede Videokomprimierung (-Standard) hat eine Reihe an Mindestanforderungen und optionalen Leistungen, die erfüllt werden müssen um standardkonform zu sein. Einige Videostandards verfügen zusätzlich noch über Anhänge (Annex), die die Bildqualität weiter verbessern. Häufig wird die Umsetzung solcher Annexe durch "+" oder "++" gekennzeichnet.
H.261 Mindestauflösung QCIF und CIF. Annex D ermöglicht Standbildübertragung mit 4CIF.
H.263 Mindestauflösung SQCIF und QCIF, optional CIF, 4CIF.
H.264 bis zu 4.000 x 2.000 Bildpunkte, freie Wahl der Auflösung, bisher Umsetzung mit CIF; verwandt mit MPEG4 Part 10 (seit Juni 2003).
Die Bandbreiten von komprimiertem Video reichen von 64kbps bis 2Mbps. Allerdings wird gerade mit den neueren Videostandards (H.264) bei niedrigen Bandbreiten eine erheblich bessere Bildqualität erreicht. Im Vergleich dazu benötigt unkomprimiertes Video mit voller PAL-Qualität (720 x 576 Bildpunkte und 50 Halbbilder/sec) eine Bandbreite von 121 Mbps.
Mehrere Medienströme
Mit der Möglichkeit, hochauflösende PC-Darstellungen übertragen zu können, wurde die Dualübertragung von 2 simultanen Bildströmen immer wichtiger. Einzelne Hersteller haben eigene Lösungsansätze zur Übertragung des Präsentators und der Präsentation zur selben Zeit entwickelt (People+Content, DuoVideo, TwinView). Seit Sommer 2003 gibt es einen neuen Standard - H.239 - der die Übertragung mehrerer multimedialer Medienströme regelt. Da die Umsetzung des Standards gegenüber den bestehenden proprietären Standards allerdings mit Qualitätsverlusten verbunden ist, wird der Standard bisher nur zögerlich angenommen.
Application Sharing
Früher war Application Sharing, quasi getunnelt durch die Videokonferenz, die einzige Möglichkeit, hochauflösende Grafiken (XGA) zu übermitteln. Da die meisten Systeme inzwischen direkt über einen XGA-Eingang verfügen, wird immer weniger auf die reine Datenübertragung mit T.120 zurückgegriffen. T.120 selbst ist ein "Master Standard", der die Standards T.121-T.128 voraussetzt.
Standards für Audio
Das Audiosignal in einer Videokonferenz kann in unterschiedlichen Qualitätsstufen (3,4 kHz, 7 kHz oder 14 kHz) übermittelt werden. Je nach der dabei verwendeten Komprimierung kann die selbe Tonqualität auch unterschiedliche Bandbreiten benötigen.
G.711 3,4 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 48, 56 oder 64kbps. Dieser Standard wird als "unkomprimiert" bezeichnet und wird von normalen Telefonen genutzt.
G.722 7 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 48, 56 oder 64kbps.
G.722.1 7 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 24 oder 32kbps.
G.723.1 3,4 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 5,3 oder 6,3kbps.
G.728 3 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 16kbps.
G.729 3 kHz Tonqualität, bei einer Bandbreite von 8kbps, sehr geringer Delay.
Siren 14 eigener Standard von Polycom zur Übertragung von 14kHz Audio bei Bandbreiten von 24,32 oder 48 kbps.